Panic Room
Als drei Einbrecher in das New Yorker Haus der geschiedenen Mutter Meg Altman eindringen, haben sie nicht damit gerechnet, dass ihr Opfer auf genau solche Eventualitäten bestens vorbereitet ist und eiskalt zurückschlägt.
Jodie Foster spielt nach längerer Leinwandabstinenz die Hauptrolle in diesem gewohnt pechschwarzen Thriller von "Fight Club"-Regisseur David Fincher.
Bei dem Namen David Fincher bekommen viele leuchtende Augen. Und ich denke nicht ohne Grund. Mit Filmen wie Sieben und Fight Club hat er sich einen Ruf für die etwas anderen Mainstream-Filme gemacht. Und jetzt legt mit Panic Room seinen neuen Film vor - und diesmal ist alles anders!
Denn mit Panic Room ist Fincher ein durchaus guter Thriller gelungen, aber der Film bietet leider auch nichts neues. Statt dessen bedient er sich einer ganzen Reihe einschlägig bekannter Klischees.
Die Tochter hat Diabetes und braucht Insulin. Für die Story ist das absolut notwendig, denn sonst könnte Jodie Foster die brenzlige Situation einfach in ihrem "Bunker" aussitzen - irgendwann hätten die Einbrecher schon ihre Geduld verloren. Aber nein: es mußte ja ein Anreiz dafür geschaffen werden, daß sie ihren Panic Room verläßt. Von daher also storytechnisch notwendig, aber leider auch absolut unoriginell. Das gleiche hatten wir erst zuletzt in Con Air mit Nicholas Cage.
Dann wären da die drei Einbrecher, die auch alle mit der Schablone gezeichnet wurden. Der eine (Forest Whitaker, der mich immer etwas an einen Teddybär erinnert))ist ja eigentlich ein ganz Lieber und zum Schluß rettet er ja dann sogar Foster. Als nächstes hätten wir denn bösen Maskenmann: und der ist richtig gemein und skrupellos - ein sehr eindimensionaler Charakter. Und mit Jared Leto hätten wir dann noch das Verbindungsglied zwischen den beiden, der auch noch nachdem ihm das halbe Gesicht weggekokelt ist den ein oder anderen lockeren Spruch bringen darf.
Der eigentliche Hauptdarsteller ist aber das Haus und wie es mit den tollen Kamerafahrten von Fincher in Szene gesetzt wurde. Das hat bis jetzt so ziemlich jeder hier im Forum angemerkt und zwar völlig zurecht! Die absolute Stärke des Films!
Aber es gibt auch noch Schwächen. In der Handlung haben sich so einige Ungereimtheiten eingeschlichen. Wieso bringt Jared Leto den Maskenmann Raoul mit? Dafür gibt es für mich überhaupt kein schlüssiges Argument, vor allem nach dem die ganze Wahrheit über den Inhalt des Tresors klar wird. Und dann komme ich nicht an der Szene vorbei, als Jodie Foster das Gas anzündet. Während es Leto richtig böse erwischt hat Foster noch nicht einmal ein paar Haare angesenkt - das paßt irgendwie nicht. Es gibt noch ein paar weitere Punkte, die ich jetzt aber nicht mehr aufzählen will.
Trotz allem ziehe ich ein positives Schlußfazit. Panic Room ist sicher nichts besonderes und der Film wird auch nicht solche Wellen schlagen wie etwa zuletzt Fight Club - das hat er auch nicht verdient. Aber spannend ist er und das kann man dem Film nicht absprechen. Ein solider aber auch konventioneller Thriller. Und das ist nicht negativ gemeint. Dem Film fehlt aber das gewisse etwas, daß die letzten Fincher Filme aus der Masse hervorgehoben haben.
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