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28. Dezember 2003 UC-Hauptseite Forum Impressum Nr. 37 / 52. Woche

Bol-Collect - Aufstieg und Fall eines Stolperbären

von Klaus Bolbär

Manfred Stolperbär war schon immer seinen ganz eigenen Weg gegangen. Ein Weg der ihn seit Jahrzehnten durch alle Höhen und Tiefen des Lebens geführt hatte. Sein Name war schon in der ehemaligen DDBär mehr als nur bekannt. Und seit der Wiedervereinigung der beiden Bärenrepubliken, war sein Ansehen noch gestiegen. Viele Jahre lang war er Erster Ministerbär von Brandenbärburg gewesen. Schon damals war er immer wieder ins stolpern geraten, doch konnte er sich stets vor dem freien Fall retten. Doch als die Verstolperungen im Jahr 2002 schießlich zuviel wurden, trat er als Ministerbär zurück. Einer kurzen Phase der Besinnung und Neuorientierung, bei der er mehrere Kompanten verbrauchte, folgte seine Berufung ins rot-grüne Bärenkabinett von Bärhard Bolschröder. Dort wurde er Erster Verkehrsbär der Bärenrepublik Deutschland.

Das Konzept

In diesen Tagen stand das Kabinett Bolschröder bekanntlich mit dem Rücken an der Wand. Die Wahlversprechen die man dem Volk der Bärenrepublik gemacht hatte, wurden immer offensichtlicher zu Wahlverbrechen. Und genau hier sah Manfred Stolperbär nun seine große Stunde gekommen und wollte dem maroden Staatshaushalt mit einer zündenden Idee, eine neue Einnahmequelle verschaffen. Die Idee nannte sich schlicht und ergreifend Bol-Collect. Denn was die Nachbarstaaten der Bärenrepublik zum Teil schon seit Jahren praktizierten, nämlich eine Verkerhsabgabe für die eurobärischen Transport- und Reisebären zu verlangen, das sollte nun auch in Deutschland zum Einsatz kommen. Besonders die Holbären waren dem Verkehrsbär hier ein Dorn im Auge, deren Transporter in schier unermeßlicher Zahl durch das Land rollten. So wurde in Windeseile von findigen Managern und eifrigen Bolbeamten ein Konzept erarbeitet, welches zur schier unerschöpflichen Geldquelle werden sollte. Doch zwischen Planung und Ausführung liegen manchmal große Stolpersteine. Und genau diese gab es zuhauf auf dem Weg zum erhofften Geldsegen.

Pleiten, Pech und Pannen

Die Geschichte von Bol-Collect ist eine Geschichte voller Mißverständnisse, so zumindest stellte es Manfred Stolperbär gern dar. Denn als der Tag des großen Tests kam, funktionierte nichts. Nun wäre aber unser guter Manfred kein Bolitker gewesen, hätte er nicht schnell eine Ausrede und einen Schuldigen parat gehabt. Statt zuzugeben daß die gesamte technische Umsetzung von Bol-Collect stümperhaft angegangen worden war, wurde der Chefmanager der Planungskommission in die Wüste geschickt. Sein Nachfolger versprach Besserung und Manfred war es zufrieden. Daß dabei der Bärenrepublik Steuerausfälle in Millionenhöhe entstanden, interessierte ihn wenig. Schließlich erhielt er seine Diäten pünktlich. So verstrich Woche für Woche, Monat für Monat. Und nichts geschah. Das eurobärische Ausland lachte ob der Farce, die Oppostion in Bärlin forderte den Kopf des Verkehrsbären und die Bären des Landes schüttelten nur denselben. Doch Manfred Stolperbär wollte weder von Rücktritt, noch von einer Planungsänderung etwas wissen. Fröhlich verkündete er immer wieder neue Termine, die dann doch nicht eingehalten werden konnten. Schließlich, doch leicht verunsichert, drohte er dem Planungs- und Firmenkonsortium das sich ebenfalls unter dem Namen Bol-Collect firmiert hatte, mit Strafzahlungen in Millionenhöhe, was den Verantwortlichen dort aber nur ein müdes lächeln abrang.

Der Fall des Stolperbären

Die Verantwortlichen verwiesen auf geheime Verträge, die Manfred Stolperbär unterzeichnet hatte. Lapidar wurde auf die Einführung des Bol-Collect Systems, für das dritte Quartal 2004 verwiesen, genau 1 Jahr später als ursprünglich geplant. Man begründete dies mit internen Anlaufproblemen, falschen Zahlen und Planungen, sowie technischer Unzulänglichkeiten der Geräte. Bärhard Bolschröder und Hans Eichelbär sollen nach Aussagen von Zeugen vor Wut geschäumt haben, als sie davon erfuhren. Bolschröder habe Stolperbär unmißverständlich klar gemacht, daß sein Schicksal mit der Einführung von Bol-Collect verknüpft sei. Im Fall eines scheiterns, könne er seinen Hut nehmen und im Osten Spenden für die Kirche sammeln gehen. Böse Zungen behaupteten auch, daß Ed Stoibär Bolschröder zu diesem Schritt geraten habe, wolle er seine Amtsperiode als Bärenkanzler überstehen. Als kleines Fazit bleibt hier zu sagen, daß man als Berufsstolperer wohl lieber über kleine Spitze(l)nsteine, statt über so große Brocken wie Bol-Collect stolpern sollte.

Und das meine lieben Leser war sie wieder einmal, meine Blaue Stunde. Zum letzten Mal in diesem Jahr und vielleicht sogar zum allerletzten Mal überhaupt. Die Zukunft wird erweisen, ob ich auch weiterhin über die Bären dieser Welt für Sie berichte, oder mich anderen Aufgaben und Ereignissen zuwende. Doch zumindest heute hat es mir noch einmal Spaß gemacht, diese kleine Geschichte zu schreiben. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien, einen guten Start in das Jahr 2004.

Leben Sie wohl

Ihr

Klaus "Stolperstein" Bolbär

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