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24. August 2003 UC-Hauptseite Forum Impressum Nr. 37 / 34. Woche

Ein sprechendes Online-Wörterbuch für alle

von Susanne Fiedler

Ein hochinteressantes Projekt wächst seit November 2002 heran: Ein Deutsch-Englisch - Englisch-Deutsches Wörterbuch, das nicht nur auf der ganzen Linie den Opensource-Gedanken verfolgt, sondern seit Neuestem auch noch mit dem User spricht: dict.cc. Das Projekt lebt von den Benutzern, denn sie können ihr Wissen mit einbringen und das Wörterbuch aktiv erweitern. Das Konzept erinnert unweigerlich ein wenig an Wikipedia.
Dict.cc steht auf drei Säulen: Dem Deutsch-Englisch-Wörterbuch der TU Chemnitz, den Übersetzungen aus Mr Honey's Business Dictionary und den Userbeiträgen, sodass momentan knapp 346.000 Übersetzungen bereit stehen. Neben der normalen Version gibt es auch eine Version für PDAs. Beim IE kann das dict.cc auch in die Suchleiste integriert oder ein Bookmarklet eingerichtet werden. Wer lieber wie in einem Wörterbuch aus Papier blättert, dem steht auch diese Funktion zu Verfügung.

Jeder Benutzer kann Vokabeln oder Ausdrücke hinzufügen oder bestehende korrigieren, die so lange besonders gekennzeichnet werden, bis sie von anderen Usern verifiziert wurden. Wer trotzdem der Übersetzung noch nicht traut, kann mit einem Klick das gesuchte Wort mit anderen Wörterbüchern abgleichen.
Was beim Eintragen eines Wortes beachtet werden sollte, wird in einfachen guidelines gut erklärt. Auch umgangssprachliche Ausdrücke sind erwünscht, wobei z.b. auf deutschsprachiger Seite zwischen Nord- und Süddeutsch, sowie Österreichisch unterschieden wird.

Die jeweils aktuelle Wörterliste kann unter GPL-lizenz heruntergeladen werden, wobei aus lizenzrechtlichen Gründen die Wörter aus Mr Honey's Business Dictionary nicht dabei sind.

Der besondere Clou des Projekts ist neben seiner ständigen Erweiterung durch die User die Sprachausgabe. Jeder Ausdruck kann vorgelesen werden. Die Sprachausgabe wurde mit Hilfe des belgischen Mbrola-Projektes realisiert. Die Artikulation ist für eine Synthesizerstimme erstaunlich gut. Besonders, wenn man die Sprachausgabe einmal mit den monotonen Stimmen der T-mobil-Nachrichten vergleicht. Lediglich bei den umgangssprachlichen Ausdrücken ist die Betonung manchmal nicht so gut.

Fazit: Nicht nur ein interessantes Projekt, bei dem jeder mitmachen kann, sondern auch eine nützliche Seite, die nicht nur übersetzt, sondern auch noch die Aussprache mit anbietet. Als PDA-Version mit Onlinezugang ist dies sicherlich auch im Urlaub interessant.

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