Aus gegebenem Anlaß heute noch einmal ein kurzer Rück- und Ausblick auf T-DSL-Light, über das bereits an anderer Stelle ausführlicher berichtet wurde.
von Roland Silberschmidt
"Es gibt kein Produkt mit dem Namen DSL-Light," so Walter Genz – seines Zeichens Pressesprecher der Deutschen Telekom - im Sommer 2001. Dem vorausgegangen waren Newsmeldungen über eben jenen DSL-Light-Zugang, die der Verfasser dieser Zeilen im vergangenen Jahr geschrieben hatte. Die Kollegen der PC-Welt griffen die Info auf und erkundigten sich ihrerseits bei der Telekom nach dem sagenumwobenen Produkt. Dort erhielt man ebenfalls zuerst eine Bestätigung, dann jedoch folgte das obige Dementi. Auch auf hartnäckiges Nachfragen wurde alles in dieser Richtung vehement abgestritten. Doch als dann ein Leser seinen DSL-Light-Vertrag präsentierte, schien die Bombe geplatzt zu sein und neue Hoffnung keimte in den Herzen von unzähligen Internet-Nutzern. Doch berets kurz nach der Veröffentlichung gab es zuerst Hohngelächter ob des angeblich gefälschten Vertrages, danach weitere Dementis der Telekom. Nur war dieser Vertrag nicht gefälscht, sondern das Produkt eines Telekom- Mitarbeiters aus einem regionalen T-Punkt, der hier aber offenbar seine Kompetenzen weit überschritten hatte.
Aber es gab aber auch mehrere anonyme Zuschriften von angeblichen Telekom-Mitarbeitern. Darin standen detaillierte Informationen über nach Preis und Leistung gestaffelte DSL-Light-Tarife. Die Infos klangen sehr überzeugend, doch leider war keiner der Informanten dazu bereit, schriftliche Beweise vorzulegen. Dies bedeutete dann auch das vorläufige Ende meiner Recherchen, wenngleich die Gerüchte um DSL-Light nie ganz verstummten. Doch nun scheint es in der Tat so zu sein, daß die damals als Hirngespinste abgetanen Meldungen, doch auf einer handfesten Grundlage resultierten. Denn wie die PC-Welt berichtete, soll DSL-Light nun doch kurz vor der Markteinführung stehen. Aber wer jetzt erneut auf ein vehementes Dementi vom Telekom-Pressesprecher wartete, der tat dies erstaunlicherweise vergebens. Ganz im Gegenteil ließ der nun verlauten, "T-DSL-Light werde immer noch getestet." Walter Genz bestritt jedoch die Markteinführung im November und tat dies als reine Spekulation ab.
Doch was ist nun tatsächlich dran an DSL-Light? Wird es jemals Wirklichkeit werden, oder ist es wie das von Onlinegamern heiß ersehnte Fastpath nur dazu verdammt, letztlich an bürokratischen Hürden zu scheitern? Fakt scheint auf jeden Fall zu sein, daß die Telekom vor einem Jahr die Existenz von DSL-Light bewußt leugnete. Mit ein Grund dafür dürfte wohl auch gewesen sein, in aller Ruhe und ungestört die Tests durchführen zu können. Nur hatte man damals offenbar nicht mit dem Mitteilungbedürfnis der eigenen Mitarbeiter gerechnet und wohl auch das Internet als Informationsmedium gewaltig unterschätzt. Fakt ist auch, daß DSL-Light in einer Vielzahl von Fällen zumindest testmäßig geschaltet wurde, wobei die betreffenden Nutzer das Produkt auch heute noch zur vollsten Zufriedenheit nutzen. Doch ob DSL-Light nun tatsächlich von der Telekomspitze abgesegnet und mehr oder weniger flächendeckend zur Verfügung gestellt wird, steht bisher nur in den Sternen. Potentiellen, nach einem Breitbandanschluß hungernden Nutzern sowie den Medien, bleibt daher wieder einmal nichts anderes übrig als erneut abzuwarten. Die Frage stellt sich auch, ob DSL-Light nicht letztlich den angekündigten Sparmaßnahmen und dem damit verbundenen DSL-Ausbaustop zum Opfer fallen wird.