magnum schreibt Es war einmal... So beginnen eigentlich nur Märchen. Vielleicht ist es auch eins, wenn man den Umzugsservice der Telekom zum Umzug hinzuzieht.
Ein Erfahrungsbericht eines armen Kunden, der es gewagt hat, seinen Telekom-Anschluss durch das kompetente Fachpersonal umziehen zu lassen.
Es begab sich zum Anfang des Jahres 2002, dass unsere damalige Wohnung für die Größe und die Lebensqualität eigentlich viel zu teuer war. Die Wohnung war zwar mit allem ausgerüstet, was das Internet-Herz begehrt: T-ISDN-Anschluss, XXL-Tarif, DSL, T-Online DSL flatrate... Aber gut, das Internet-Paradies war mir nicht so wichtig, wie meine Ruhe. Daher entschlossen wir uns, ein anderes Domizil zu suchen. Dies wurde auch rasch gefunden, der Umzugstermin (1.6.) rückte immer näher.
Um möglichst wenig damit zu tun zu haben, entschloss ich mich in einem Anflug
von geistiger Umnachtung, den Umzugsservice der Telekom mit dem Umzug meines Telefon-/Internet-Anschlusses zu beauftragen.
Und hier beginnt eigentlich der Spaß erst.
Gleichzeitig mit der Beauftragung des Umzuges meines Privat-Anschlusses sollte auch mein vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellter Heimarbeitsplatz, der mit einem vollwertigen ISDN-Komfortanschluss ausgestattet ist, umgezogen werden. Dies teilte ich der netten Dame an der Telekom-Hotline entsprechend mit. Desweiteren bat ich um Installation/Schaltung der Anschlüsse nicht vor dem 1.6., nicht beachtend, dass es sich bei diesem Datum um einen Samstag handelte.
Nichts Böses ahnend orderte ich für die Tage um den Monatswechsel entsprechend
einen Lastwagen, um den Umzug durchzuführen. Unterdessen erhielt ich zwei
Auftragsbestätigungen: Der Privatanschluss wird am 31.5. vormittags, der Firmenanschluss am 3.6. nachmittags geschaltet. Gut, dachte ich mir, hauptsache
es funktioniert überhaupt. Etwas stutzig wurde ich bei der Tatsache, dass man mir
den Besuch eines Technikers an beiden Tagen ankündigte.
Ein Rückruf bei der auf der Auftragsbestätigung angegebenen Nummer brachte die Erkenntnis, dass dort vorher kein ISDN-Anschluss der Telekom vorhanden war und dies vom Techniker vor Ort entsprechend eingerichtet werden muss. Es würde auch kein Aufpreis entstehen. Gut, auch das soll mir recht sein.
Desweiteren bedeutet bei der Telekom 'vormittags' eine Uhrzeit zwischen 9 und 12 Uhr. Also musste ich mir den Vormittag des Umzugstages die Zeit in der
neuen Wohnung vertreiben. Auf die Anfrage, weshalb der Firmenanschluss nicht
gleich eingerichtet werden könne, erhielt ich die Antwort, dass dafür die Geschäftskundenabteilung zuständig sei. Auf diese Daten habe sie keinen Zugriff.
Es kam, was kommen musste, nämlich der 31.5. Ich bin extra gegen 7 Uhr aufgestanden um vielleicht bis zum Eintreffen des Technikers noch
andere Arbeiten in der neuen Behausung tätigen zu können. Ich saß gerade in der
Küche bei meinem ersten Kaffee, als um 7:15 ein Fahrzeug der Telekom vor dem
Haus hielt (aha, dass verstehen die also zwischen 9 und 12).
Tatsächlich, er wollte zu uns !!!
"Schön, dann ist er ja schnell fertig und ich kann mit dem Umzug weitermachen", dachte ich mir. Der Techniker machte auch einen recht kompetenten und sicheren Eindruck, daher war der Anschluss nach ca. 30 Minuten betriebsbereit. Dabei stellte ich noch beiläufig die Frage nach meinem DSL-Anschluss, der von der Telekom gekündigt wurde, wohlwissend, dass ich viel zu weit von der nächsten VSt wohne. Nein, der Ort ist wirklich zu weit weg, da gibt's keine Chance.
Dann stellte ich die folgenschwere Frage, was es denn mit meinem Firmenanschluss
auf sich hat und ob er denn diesen nicht auch gleich anschließen könne, damit am
Montag kein zweiter Techniker anrücken muss. Antwort von ihm: "Wie Firmenanschluss? Ich bin hier wegen ihrem Firmenanschluss..." Mir entgleisten sämtliche Gesichtszüge, wurden aber schnell wieder in Ordnung gebracht, da er sich bereit erklärte, auch meinen Privatanschluss gleich einzurichten. (Schön, dass auf der AB etwas anderes stand).
Der Techniker klemmte also den bereits eingerichteten Anschluss wieder ab, und machte sich daran, den Privatanschluss auf dieser Leitung einzurichten. Auch
das hatte er souverän nach 30 Minuten erledigt, nicht ohne allerdings drei
Tassen Kaffee zu konsumieren.
Jetzt wurde ich mutig: Mein Heimarbeitsplatz befand sich im Zimmer 'hinter' dem
Telefonanschluss im Flur, dazu müsse ein Loch gebohrt werden, um das
Anschlusskabel zu verlegen. Er meinte, dies wäre kein Problem, er hat eine
Bohrmaschine dabei. Sprachs, verschwand im Fahrzeug und tauchte kurz darauf mit
einer entsprechenden Hilti wieder auf. Flugs hatte er das Loch gebohrt, das
Telefon-Kabel verlegt und machte sich daran auf der anderen Seite den NTBA
anzuklemmen.
Plötzlich verdüsterte sich sein Gesichtsausdruck. Die LED am NTBA leuchtete nicht. Schnell ein Ersatzgerät angeschlossen. Mist, geht auch nicht. "Tja, da muß ich mal am Verteiler nachsehen". Mit diesen Worten verschwand er in
der Nachbarschaft. Nach ca. 30 Minuten tauchte er wieder auf, prüfte die LED,
fluchte und verschwand wieder. Auf dem Weg nach unten murmelte er noch:"Ich muss in die Vermittlungsstelle fahren...". Meine Frage, wie lange dies dauert,
überhörte er.
Mittlerweile war es 10:30 Uhr und ich sah die Verfügbarkeit meines
Leih-LKW davonrinnen. Nach weiteren 30 Minuten klingelte das neu eingerichtete
Telefon (ui, es ruft mich schon jemand an). Es war der Telekom-Techniker, der
mich bat, nach der LED zu sehen. Diese brannte selbstverständlich immer noch
nicht. Er tauchte wieder auf um kopfschüttelnd vor dem Anschluss zu stehen. "Tja, ich muss dann nochmal zum Verteilerkasten im Ort.".
Plötzlich ein Unheil versprechendes Geräusch. Der Anlasser in seinem Fahrzeug funktionierte zwar, nicht jedoch der Motor. Also gut, schieb ich seinen Corsa noch mit an, schließlich soll's ja voran gehen. Gegen 12:30 Uhr kam er wieder und Gott sei Dank: Die LED brannte !!!
Schnell noch ein Telefon angeschlossen, Test bestanden. Ich unterschrieb und
konnte meinen Umzug doch noch durchziehen.
Am Montag, 3.6., traute ich meinen Augen kaum: Es kam ein Telekom-Techniker, der
vereinbarungsgemäß meinen Firmenanschluss einrichten wollte ! Nicht ohne ein Grinsen im Gesicht hielt ich ihm den Tätigkeitsbericht seines Kollegen unter die Nase. Etwas von "Saftladen" murmelnd, rückte er unverrichteter Dinge wieder ab.
Wenn jetzt der Leser denkt, wir sind am Ende, kennt er die Telekom nicht.
Mitte des Monats flatterten zwei Telekom-Rechnungen ins Haus: Rechnung 1 über insgesamt 477 Euro für meinen Privat-Anschluss und Rechnung 2 über 78 Euro für den Firmenanschluss.
Also gut, ich rufe bei der allseits bekannten Nummer an um die Sache zu klären.
Man versprach mir einen Rückruf, der auch am selben Tag noch erfolgte. Ich
erklärte also die Sache nochmals, dass ich laut Umzugsservice keine weiteren
Kosten habe. Den Umzug des Firmenanschlusses zahlt mein Arbeitgeber. Man versprach, eine neue Rechnung zu schicken. Ich solle beide Rechnungen
vernichten. Die neue Rechnung kam dann auch, mit den entsprechenden Umzugsoptionen. Aber erneut traf mich der Schlag: Was soll ich mit einer T-Online DSL-flat, wenn man mir keinen DSL-Anschluß
einrichten kann ? Genau diese Frage stellte ich auch meiner Kundenbetreuerin der lok.
Telekom-Niederlassung, die mir mittlerweile richtig ans Herz gewachsen ist. Das könne sie auch nicht verstehen, die Unterlagen sind auch an T-Online weitergereicht worden. Ich solle einfach den Betrag abziehen und den Rest überweisen.
Dies mache ich jetzt im Übrigen seit 3 Monaten. Immer wieder erscheint mit einer
erstaunlichen Ignoranz die Flatrate auf der Rechnung. Wer also jemals mit Umzugsgedanken spielt, sollte sich das
vorher gut überlegen.
Wie es mit den Rechnungen weitergeht:
Fortsetzung folgt....
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