In den letzten Tagen häufen sich die Meldungen über den Breitbandzugang DSL wieder. Da ist es nicht weiter verwunderlich wenn sich Online-Newsmagazine wie die Fliegen darauf stürzen. Doch die Qualität solcher Meldungen läßt oft sehr zu wünschen übrig.
von Roland Silberschmidt
Es ist schon ein Kreuz mit den IT-News. Da streifen schreibwillige Redakteure Tag für Tag gehetzt umher um an tagesaktuelle News zu kommen. Doch die wenigsten davon verstehen es eine Information so zu verwerten, daß daraus eine brauchbare News wird. Eigenen Stil vermissen lassend, schreibt der Online-Redakteur von heute nur lieblos irgendwelche Daten und Zahlen ab und das meist noch in ziemlich holpriger Art und Weise. Jüngstes Beispiel ist hier das Online-Angebot der Zeitschrift CHIP. Dort berichtet ein Online-Redakteur über das jüngste Angebot von AOL. Der größte Online-Dienst der Welt geht nämlich angesichts der Preiserhöhung von T-Online bei der DSL-Flatrate in die Offensive und bietet seinerseits eine Neuerung bei AOL Highspeed DSL an, nämlich ein kostenloses Acer DSL-Modem. Zwar ist die Voraussetzung dafür der Abschluß eines Jahresvertrages, was der Surfer aber bei gesparten Kosten von bis zu € 201,50 verschmerzen kann. Einzig die bei vielen Usern nicht gerade beliebte AOL-Zugangssoftware trübt das Angebot etwas.
Der CHIP-Redakteur meint in einem abschließenden Kurzkommentar das Angebot schlechtmachen zu müssen, indem er ein ironisches "Guten Morgen AOL!" verkündet und das Angebot als nicht innovativ bezeichnet, da es ein halbes Jahr zu spät käme. Hier schüttelt der Schreiber dieser Zeilen verwundert seinen Kopf und fragt sich, was denn nun so schlecht an dem Angebot ist? Denn im Gegensatz zu T-Online spart der Surfwillige 5 € bei der Flatrate und bei einem DSL-Neuanschluß auch noch die Kosten für das Modem. Während die Telekom mit ihrer Tochter T-Online den genau gegensätzlichen Weg geht und sowohl den Preis der Flatrate erhöht, sowie auch das Modem schon lange kostenpflichtig gemacht hat, sind AOL, Arcor & Co. mit ihren Angeboten auf dem Vormarsch. Das dürfte auch einer so renommierten Zeitschrift wie CHIP nicht entgangen sein. Das Angebot mag vielleicht nicht unbedingt innovativ sein, aber lohnenswert doch wohl allemal. Davon abgesehen ist dem verehrten Kollegen ein weiterer Fehler unterlaufen indem er wohl gar nicht bedacht hat, daß das von ihm angerpiesene T-DSL 1500 zum einen nicht als Flatrate erhältlich und zum anderen gar nicht überall verfügbar ist, wo es angeboten wird.
Da bleibt mir nur zu sagen "Guten Morgen lieber Redakteur", vielleicht hätten Sie ihre Hausaufgaben in Mathematik etwas besser machen, oder aber auf den überflüssigen Kommentar verzichten sollen. Vielleicht hätte man aber auch bei CHIP-Online einfach jemand fragen sollen, der sich mit so etwas auskennt.