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Politik

CDU/CSU für Überwachung von DSL-Anschlüssen

Mit einer Bundesratsinitiative wollen CDU/CSU die Übewachung von Breitbandanschlüsssen erreichen.

von Roland Silberschmidt

Die Zeiten in denen Internet-Nutzer frei und ohne Kontrolle im Netz der Netze surften, könnten vielleicht bald der Vergangenheit angehören. Zumindest wenn es nach dem Willen der unionsgeführten Bundesländer geht. Denn mit einer Initiative im Bundesrat wollen CDU/CSU eine Veränderung des Telekommunikationsgesetzes erreichen. Ein entsprechender Gesetzentwurf der beiden Bundesländer Thüringen und Bayern will nämlich die Überwachung des Datenverkehrs von breitbandigen Internet-Verbindungen erreichen. Eine solche Überwachung ist bisher nur bei analogen und digitalen Telefonverbindungen möglich. Nach Meinung der Union öffne dies dem Missbrauch Tür und Tor. Da sich gerade durch die Schnelligkeit von DSL besonders gut Filme aus dem Internet herunterladen liessen, sehen die Initiatoren hier eine besondere Gefahr in Bezug auf Kinderpornografie. Provider sollen daher verpflichtet werden, die Daten von Usern quasi auf Vorrat zu speichern.

Ein solches Vorgehen wird von Datenschützern bundesweit aufs schärfste kritisiert und abgelehnt, da ein Missbrauch der Daten nicht ausgeschlossen werden kann. Es wurden sogar Stimmen laut, dass ein solches Vorgehen in krassem Widerspruch zu den im Grundgesetz verankerten Bürgerrechten stehe. Die rot-grüne Bundesregierung hat auf die Aktion der Union bisher noch nicht reagiert. Experten bezweifeln dass ein entsprechender Antrag des mehrheitlich von der CDU/CSU beherrschten Bundesrates, momentan eine Chance im Bundestag hätte. Denn zumindest noch bis zur Wahl im Herbst, bestimmt dort rot-grün die Marschrichtung.

Kommentar:

Die Union und allen voran ihr Kanzlerkandidat Edmund Stoiber machen in den letzten Tagen und Wochen immer wieder mit übereilten und unüberlegten Schnellschüssen auf sich aufmerksam. So zumindest scheint es auf den ersten Blick. Oder sollte dahinter etwa ein System stecken und sich Deutschland langsam aber sicher auf dem Weg zum Überwachungsstaat befinden? Unter dem Eindruck des 11. September 2001 ist momentan offenbar alles möglich und der Weg für mehr Rechte des Staates in allen Bereichen offen. Dies scheinen nun auch CDU/CSU ausnutzen zu wollen, so löblich die Initiative auch auf den ersten Blick erscheint. Zwar soll sie gegen Kinderpornografie gerichtet sein und damit Unschuldige schützen helfen, doch wer garantiert dass der Staat einmal mit mehr und umfassenderen Rechten ausgestattet, diese nicht auch zur Bespitzelung der Internet-Surfer benutzt? Hier kann es bei allem Verständnis für den Grund der Aktion nur eine Antwort von Datenschützern und Bürgerrechtsorganisationen geben, nämlich ein klares "Nein". Wie heisst es doch in einem Sprichwort so schön? "Wehret den Anfängen" und genau das sollte hier getan werden.



Veröffentlicht am Freitag, 31.Mai. @ 10:23:28 CEST von Roland

 
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Re: CDU/CSU für Überwachung von DSL-Anschlüssen (Punkte: 1)
von Roger am Freitag, 31.Mai. @ 15:07:19 CEST
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Unfassbar, was sich die CDU/CSU da ausgedacht hat. Nicht nur, daß sie DSL-User versucht zu kriminalisieren. Nein, still und heimlich wird dem Staat hier wieder die Möglichkeit gegeben einen Teil der Internetnutzer auszuspionieren.

Kinderpornograpfie gibt es doch nicht erst seit DSL-Tagen, sondern schon seit den ersten Modemzugängen in verschiedene BBS-Systeme und es gab auch immer schon die Verbreitung über andere Medien. Ich weiß schon jetzt, daß sich die CDU/CSU auf der Seite der DSL-User keine Stimmen fängt. (und das ist gut so!)

Ich glaube selbst heute ist es noch so, daß die Polititker keine, aber auch überhaupt keine Ahnung von den neuen Medien haben und hier mit Schlagworten, die jeder mal in den alten Medien gehört hat, versuchen ein Sicherheitsdenken bei der Bevölkerung aufzubauen, das so nicht gebraucht wird.


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Re: CDU/CSU für Überwachung von DSL-Anschlüssen (Punkte: 1)
von jtsn am Freitag, 31.Mai. @ 16:56:33 CEST
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Die eigentlichen Beweggründe sind doch ganz andere. Das ist so offensichtlich erkennbar, daß es schon wieder lächerlich wirkt.

Es geht hier doch nur darum, die Medien zu zensieren. Wenn die Abbildungen der Schandtaten verschwunden sind und das ist Internet wieder "sauber" ist, ist in Stoibers Augen das Problem gelöst. Man sollte mal überlegen, wie diese "Filme" entstanden sind: Um die Verhinderung der grausamen Mißhandlung und Tötung von Schutzbefohlenen geht es bei dem Entwurf überhaupt nicht.


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Re: CDU/CSU für Überwachung von DSL-Anschlüssen (Punkte: 1)
von Edguy (edguy@arcor.de) am Samstag, 01.Juni. @ 10:26:21 CEST
(Userinfo | Artikel schicken) http://
Kümmert euch lieber mal um Büssow (SPD), der nicht nur die Anschlüsse überwachen sondern gleich das ganze Internet von staatswegen zensieren und Verbreitungsverbote für bestimmte Inhalte einführen will.



Ich liebe Doppelmoral und Unwissen bzw. Vergesslichkeiten bei den Usern und Wählern, die von einem Skandal zum nächsten reiten und alles was davor war, vergessen oder immer nur die eine Seite sehen.


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