von Klaus Bolbär
Dieter Bohlbär ließ wieder einmal die Puppen tanzen. Der große Sangbär, wie man ihn auch
scherzhaft nannte, hatte wieder einmal ein neues Buch geschrieben. Hinter den Bolissen,
so der Titel sollte ein neuer Verkaufserfolg des alternden Pop-Bären werden. Und das obwohl es der
Sangbär finanziell gar nicht nötig hatte dieses Buch zu veröffentlichen. Kritiker von Bohlbär
wollten jedoch wissen, daß dieser sich offenbar in einer gewissen Midlifecrisis befand in der
er verzweifelt nach Aufmerksamkeit und Anerkennung suchte. Böse Zungen behaupteten
jedoch, daß Bohlbärs Verstand durch den Genuß von zuviel Blaubärwein vernebelt sei.
Ein Bohlbär im Wandel der Zeiten
Doch richten wir unseren Blick zurück auf die glanzvolle Karriere des Dieter Bohlbär, auf seine
Erfolge und Skandale. Seine Affairen und seine Musik. Unzweifelhaft ist unser Dieter jemand,
der den Erfolg für sich gepachtet zu haben scheint. Seit den 80iger Jahren des letzten Jahrtausends
verging kein Jahr, in welchem er nicht in aller Munde war, wenn auch aus den verschiedensten Gründen. Zusammen mit dem damals noch völlig unbekannten Thomas Andersbär, gründete er die Gruppe
Modern Bolking. Mit seinen Kompositionen und der Stimme von Andersbär landeten sie einen Hit nach
dem anderen. Doch auf dem Höhepunkt ihres Erfolges, trennte sich das erfolgreiche Duo plötzlich. Über die Gründe ist viel spekuliert worden, daher soll an dieser Stelle darauf verzichtet werden. Glitt Andersbär in die Bedeutungslosigkeit ab, setzte Dieter seine Karriere mit der Gruppe Bluebär System fort. Es folgten in den 90iger Jahren diverse Skandale mit verschiedenen Bolistinnen und schließlich die völlig unerwartete Reunion von Modern Bolking. Nahtlos knüpften die beiden Sangbären an ihre alten Erfolge an, so als seien sie nicht viele Jahre getrennt gewesen. Die Trennung einige Jahre später kam dann wieder völlig überraschend und läuteten eine neue Ära im Leben des Dieter Bohlbär ein.
Einstweilige Vergnügungen
Dieter der Omnipräsente, so konnte man den großen Sangbären bezeichnen. Egal ob in Zeitschriten, im Radio und natürlich speziell im Fernsehen, Dieter war überall zu finden. Mit seinem Strahlemann Lächeln erfreute er jung und alt, zumindest glaubte er das selbst. Egal ob in der Superstar-Show, in der er die beiden Jungbären Alex und Daniel ihren Weg zum Ruhm antraten, oder in dümmlicher Müllermilch-Werbung. Dieter war auf dem Weg zum Spaßfaktor der Nation zu werden. Selbst als Puppe machte unser Dieter noch eine gute Figur, wobei ihm wohl die Idee mit dem Puppenspieler und dem neuen Buch kam. Denn in eben diesem, wollte er noch einmal so richtig die Puppen tanzen lassen. Dumm dabei war nur, daß er nicht mit der Gegenwehr seiner ehemaligen Freunde, Bolistinnen und von Thomas Andersbär gerechnet hatte. Denn die stoppten seine Einstweiligen Vergnügungen mit juristischen Mitteln, was dem Sangbär so gar nicht schmeckte. Dafür aber um so mehr der gute Blaubärwein, von den sonnigen Hängen der Mosel.
Im Rausch der Sinne
Ein blendend gelaunter Dieter präsentierte sich dann auch sofort bei 'Bulletten was' der TV-Show Nr. 1 in der Bärenrepublik Deutschland. Bei seinem Freund dem Strahlemann Thomas Gottbärschalk konnte der Sangbär noch einmal so richtig vom Leder und über den Rest der Welt herziehen. Dabei präsentierte er sein strahlend weißes Gebiß werbewirksam einer wie gebannt auf den Bildschirm blickenden Bärennation. Ob dies nun, wie Spötter danach behaupteten, einem Vertrag mit einer bekannten Zahncremefirma zu verdanken war, oder unser Dieter wieder einmal leicht benebelt war, das wußte der Sangbär wohl nur selbst. Ein anonymer Anrufer der sich bei der Bol-BILD meldete, berichtete jedoch von vier geköpften Blaubärwein Flaschen. Doch der Chefredakteur hatte entweder Mitleid mit Bohlbär, oder war von diesem mit einer Kiste des edlen Gesöffs bestochen worden. Denn kein Wort war in der Sonntagsausgabe vom Rausch der Bohlbärschen Sinne zu lesen.
Tanz Dieter tanz!
Und so tanzte unser Dieter seinen wildesten und vielleicht letzten Tanz. Den Tanz von Unglaubwürdig- und Lächerlichkeit. Geboren aus wirren Gedanken, oder den Spätfolgen durchzechter Nächte, so präsentierte sich der ehemalige Sangbärstar seinem Publikum. Wirr die Rede, irr der Blick, ach Dieter, bring uns doch die gute Zeit von Dir zurück. Zerstör' Dir nicht den ganzen Ruhm, mit blauem Wein und schalem Rum. Besinne Dich auf alte Werte doch
zurück, zerstör' Dir nicht das eig'ne Glück....
Und hier liebe Leser möchte ich die Geschichte von Dieter Bohlbär vorläufig beschließen. Ich überlasse es Ihnen über Dieters Tanz vor und hinter den Bolissen zu urteilen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Ich zumindest habe das in dieser Blauen Stunde getan. Und damit verabschiede ich mich von Ihnen und wünsche Ihnen eine schöne Zeit. Bis zum nächsten Mal
Ihr
Klaus 'Dieter' Bolbär