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Internet

Google als Spion?

Google wurde von der Bürgerrechtsgruppe "Public Information Research" in den USA für die "Big Brother Awards" nominiert. Die äußerst langlebigen Google-Cookies erwecken zusammen mit den neuen Aktivitäten der populärsten Suchmaschine als Werbeagentur das Misstrauen der Gruppe.

Google hat erst Anfang des Monats ein Werbenetzwerk für den Verkauf von Google-Textanzeigen auf Websites gestartet. Mittels der hartnäckigen Cookies kann google genaue Nutzerporfile erstellen. Dieses Wissen kann wiederum von großem Vorteil für die für die Vermaktung des neuen Programmes "Google Content-Targeted Advertising" sein, das auf dem von der Suchmaschine her bekannten "Googles Adwords-Programm" basiert. Dabei werden Anzeigen kontextbezogen in extra kekennzeichneten Boxen auf den Website angezeigt. Es läge somit nahe, dass die Anzeigen, die mittels "Google Content-Targeted Advertising" erstellt werden, mit dem jeweiligen Interessensprofilen der Nutzer zu verknüpfen. Auch wenn Google keine höchstpersönlichen Daten über die Cookies speichern kann, so kann das Vorgehen doch mit der Beringung bei Tieren verglichen werden. Einerseits hat der User durch das Aufzeichnen seines Surfverhaltens den Vorteil, wenn schon Werbung, dann wenigstens welche, die ihn vielleicht interessiert, zu sehen. Andererseits hinterlässt der Gedanke ein ungutes Gefühl. Da hilft nur eines: Durch die persönlichen Einstellungen Google verbieten ein Cookie zu setzen.

Seit fünf Jahren werden die Big-Brother-Awards in elf Ländern in unterschiedlichen Kategorien vergeben und gehen an gehen an "Personen, Institutionen und Organisationen, die sich bei der Einschränkung oder Gefährdung der Privatsphäre besonders hervorgetan haben".

In letzter Zeit bekommt das gute Image der einstmals beliebtesten und unumstrittensten immer mehr Risse. Erste Kritik gab es an der Rankingphilosophie. Diese wurde durch die Möglichkeit, sich ein besseres Ranking zu erkaufen verschärft. Auch dass Google in der Vergangenheit auf Abmahnungen panisch reagiert hat und die entsprechenden Seiten grundsätzlich ohne weitere Überprüfung aus dem Listing genommen hatte, machte die Seite nicht sympatischer. Jedem wird noch der Vorfall mit der größten Scientology-Kritik-Seite "Operation Clambake" in Erinnerung sein. Zwar ist die Seite inzwischen wieder gelistet, doch sieht man nicht zuletzt auch daran, dass keine Suchmaschine, auch nicht Google, unabhängig ist.

Notiz: Die Gruppe "Public Information Research" beschreibt auf ihrer Webseite "Google-Watch", noch weitergehende Vorwürfe gegen die Suchmaschine.



Veröffentlicht am Samstag, 15.März. @ 13:13:12 CET von nanni

 
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